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Gedanken über ...
wie kann man nur mit so wenig Besitz leben?
Verwundert? Erstaunt über diese Frage? Ja, das war ich auch! Diese Frage wurde mir ernsthaft letztes Jahr gestellt, von einem Materialisten! Es war wohl mit Abstand die nachhaltigste Frage, die mir in diesem Jahr(-zehnt?) gestellt wurde.
Eigentlich wusste ich nicht so recht, ob ich nun lachen oder Mitgefühl entwickeln sollte. Jedenfalls blieb ich die Antwort dem Materialisten schuldig. Denn diese Frage kam mit einer derartigen Wucht daher, so als wäre Besitzlosigkeit ein in hohem Maße schändlicher Makel und einem einen Platz bei den unteren Millionen, den “Unwürdigen” sichern würde.
Da frage ich mich doch, woran wird der Wert eines Menschen gemessen, sofern diese Bemessung über eine auch nur Ansatzweise berechtigte Grundlage verfügen könnte. Es scheint irgendwie absurd zu sein. Ohne Schränke, ohne 2 bis 3-facher Geschirrausstattung, ohne Designermöbel und sonstigem unnützem Zeugs kann man also nicht leben? Wovon lebt denn nun aber der Mensch eigentlich? Seine zahlreichen Rosenthal-Teller wird er ja wohl kaum verspeisen.
Wäre die ganze Frage nicht so lächerlich, müsste man wirklich Mitgefühl für diesen “armen” Menschen aufbringen, da er sich ja in einer Welt befindet, die völlig von den materiellen Dingen beherrscht wird. Welch Horror muss er durchleben, bei dem Gedanken, ihm könne eines Tages alles genommen werden, oder wenn die Räume auf einmal leer wären. Übrigens hat unser “Materialist” nicht eine einzige Pflanze in seinem Haus! Sagte er jedenfalls. Sicher wird sich hier und da schon mal der eine oder andere Blumenstrauß für die “wertvolle” Gattin zeigen, denn ganz so leblos scheint ja das Herz eines solchen Mannes doch nicht zu sein. Und so befinden sich wenigsten ein paar “leblose” Pflanzen im Hause.
Nun denn, jedem Tierchen sein Pläsierchen !
Aber mal ernsthaft, wo bleiben da die romantisch verklärten Träume vom Leben auf dem Lande, in der Wildnis bei den Indianern oder Aborigines oder im Dschungel Borneos? Alles passé? Ist der “zivilisierte” Mensch soweit von seinen Maschinen, der Elektronik und den ihn umgebenden Besitztümern abhängig, daß es zu der Frage berechtigen könnte:
Wie kann man nur mit so wenig Besitz leben?
Vorweg sollte wohl erwähnt werden, daß wir...
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- der Traveller -
April 2005
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