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Bewusster leben...
Gefühle mitteilen – mitmenschliche Beziehungen eingehen
Es ist schon seltsam, da begegnen sich täglich Menschen an ihrem Arbeitsplatz und reden über alles Mögliche oder tratschen über andere. Und wenn das Reden am Arbeitsplatz nicht erwünscht ist, dann nutzen sie die Pausen für Klatsch und Tratsch. Ja und einige Zeit später dann, während sie zu Hause sind, da wissen sie kaum noch was der andere gesagt hat. Kein Wunder, denn meistens ist es eh belanglos gewesen, ohne Bezug zu einem selbst. Ich meine, da ist man mehrere Stunden mit anderen zusammen und verbringt mehr Zeit mit ihnen, als mit der eigenen Familie oder Partner. Doch was weiß man von diesen Kollegen-Innen, Mitarbeitern-Innen? Hat da auch mal jemand über seine Gefühle gesprochen? Was mir immer wieder auffällt, ist, dass die Menschen sich über Stunden mit Smalltalk beschäftigen, Witze erzählen oder sich gedankenlos über andere lustig machen, bis hin zum Schikanieren anderer. Was soll das? Wozu dient es? Es ist alles so inhaltslos, so leer, so unbedeutend. Was würde man über einen Menschen sagen, der auf einmal nicht mehr erscheint, weil er gekündigt hat, entlassen wurde oder gar verstorben ist? Würde man sagen, er konnte gut Witze erzählen, oder sie war immer so gut gelaunt? Was es auch sei, selten würde man sagen, es war sehr angenehm mit ihr zu arbeiten, oder in seiner Gegenwart habe ich mich immer so wohl gefühlt. Nun, es gibt auch die Möglichkeit eine echte Spur zu hinterlassen, indem man sich direkt mitteilt. Nur kann es auch geschehen, dass der andere darauf verwirrt reagiert, weil er oder sie es nicht gewohnt sind. So sage ich z.B. gerne jemandem, dass ich ihn/sie mag. Die Reaktionen kannst du dir vielleicht denken, indem du dir vorstellst, wie es wäre, wenn es jemand zu dir sagen würde. Auf einmal wird die Mauer der Oberflächlichkeit durchbrochen und wir spüren eine Berührung im Herzen. Wir spüren und fühlen, dass wir menschliche Wesen sind, mit einem gefühlvollen Herzen. Wir fühlen uns ganz einfach angenommen und auch wohl in unserer Haut, in unserem Sosein. Ist es das nicht wert, es auch andere fühlen zu lassen? Es ist doch irgendwie schade, dass Menschen so viel Zeit miteinander verbringen und sich dann zum Feierabend mit einem flüchtigen Tschüß verabschieden, wenn überhaupt etwas gesagt wird, so als könne man es gar nicht erwarten, wieder mit „seinen Leuten“ zusammenzukommen, bzw. zum iPhone und dergleichen zu greifen, um sich virtuell zu verbinden. Dabei könnte es doch ganz anders sein, wenn die Menschen sich mehr auf echte Beziehungen einlassen würden. Nun muss ja nicht gleich jede/jeder ein Freund sein, doch auf Basis von Mitmenschlichkeit lässt sich ohne weiteres eine warmherzige und auch liebevolle Beziehung zu Kollegen-Innen pflegen. Oftmals scheitert dies jedoch schon an Berührungsängsten. Anscheinend leben wir in einer Zeit, wo Berührungen mehr implizieren, als sie es sind. Ich meine, wenn du jemanden erst einmal berührt hast, dann ändert es schlagartig die Qualität der Beziehung zueinander. Du spürst, das du es mit einem lebendigen fühlenden Wesen zu tun hast, genau wie du eines bist. Sodann erkennen wir auch, das der andere im Wesentlichen gar nicht so anders ist, denn genau wie wir selbst, hat auch der andere Bedürfnisse nach Nähe, nach angenommen und geliebt werden. Wobei lieben bedeutet, dem anderen wohltuende Energie zukommen zu lassen, über die Augen, den Worten und auch über Berührungen. Aus Erfahrung weiß ich, wie unangenehm es sein kann, abgewiesen zu werden, doch hat mich das Leben gelehrt, dass dies überwiegend aus Angst geschieht. Ja, viele haben tatsächlich Angst, ihre Gefühle zuzulassen, weich zu werden und möchten einer scheinbaren Verletzbarkeit aus dem Wege gehen. Doch wer liebt um der Liebe willen, der ist nicht verletzbar, höchsten traurig, das der andere die Liebe nicht annehmen kann, was wiederum zum Mitgefühl für eben jenen Menschen führt. Aus diesem Mitgefühl heraus nehme ich immer wieder von neuem Anlauf, versuche immer wieder echte Beziehungen aufzubauen, statt oberflächlichen Kontakt zu halten. Doch viele Menschen machen es einem nicht grad leicht, an ihr Herz zu klopfen. Sie haben große massive Tore davor errichtet, um nicht verletzt zu werden, um sich nicht in ihrem Sosein zeigen zu müssen. Lieber verschanzen sie sich hinter ihren dicken Toren und wagen höchstens mal einen Blick durch kleine Öffnungen. Insgeheim wünschen sie sich ja, ihre Tore endlich weit öffnen zu dürfen und da kommst du ins Spiel. Das ist deine Chance etwas zu bewegen im Herzen des anderen. Wage dich ganz einfach du selbst zu sein, zeig dass du ein menschliches Wesen bist und versteck dich nicht länger. Wie wollten wir einst in liebevoller Gemeinschaft leben, wenn wir nicht anfangen Tore zu öffnen, auf das sich die Herzen frei entfalten können. Sie rufen danach, hinter ihren dicken Toren und allzu oft verhallen die Rufe schon an den Toren. Ergo braucht es Menschen, die die stillen Rufe dennoch hören, dies es in den Augen des anderen sehen können. Es braucht Menschen wie dich, mit einem liebenden Herzen, um Tore zu öffnen. Trau dich, sei kein Schlüsselwächter, sondern ein Toröffner und die Welt wird sich im Lichte der befreiten Herzen wandeln.
Weißt du übrigens, wie du bei dem anderen eine Spur hinterlassen kannst?
Es sind weder deine Worte, noch deine Handlungen, es sind deine Gefühle, die du dem anderen offenbart hast, die sein Herz berührt haben. Daran wird sich ein Mensch erinnern, nachdem er dir begegnet ist.
In Liebe
der Traveller
Juni 2011

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