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Thomas Stern

 

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Die Essenz der Hopi-Prophezeiung

Es würde viele Tage brauchen, die gesamte Hopi-Prophezeiung zu erzählen, und viele Leben, um sie völlig zu verstehen. Dies ist eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte.

Das Gleichgewicht des Lebens

Als Verwalter des Lebens beeinflussen wir das Gleichgewicht der Natur in solchem Maße, dass unsere eigenen Handlungen ausschlaggebend dafür sind, ob die großen Zyklen der Natur Glück oder Unglück bringen. Unsere heutige Welt ist die Entfaltung eines Musters, das wir selbst in Bewegung gesetzt haben.

Unsere Abweichung vom natürlichen Gleichgewicht reicht in eine Zeit zurück, die der Existenz unserer derzeitigen physischen Form vorausgeht. Früher einmal waren wir in der Lage, nach Belieben aufzutauchen und zu verschwinden. Da wir jedoch aufgrund unserer Arroganz unsere Schöpferkraft als Selbstverständlichkeit betrachteten, vernachlässigten wir den Plan des Schöpfers. Die Folge war, dass wir in unserer physischen Form steckengeblieben sind, in einen ständigen Kampf zwischen unserer linken und rechten Seite verstrickt, wobei die linke weise, aber ungeschickt, die rechte schlau und mächtig, aber töricht ist und unsere ursprüngliche Bestimmung vergisst.

Der Zyklus der Welten

Diese selbstmörderische Spaltung sollte den gesamten Verlauf unserer Geschichte in allen aufeinanderfolgenden Welten beherrschen. Immer wenn die Quellen des Lebens im Einklang mit den Zyklen der Natur weniger reichlich flossen, versuchten wir, unsere Situation durch Eingriffe zu verbessern, weil wir glaubten, jeder Fehler sei durch neue Erfindungen zu korrigieren. In ihrer Schlauheit verloren die meisten von uns jedoch ihre ursprüngliche Bestimmung aus den Augen, verstrickten sich in einer selbstentworfenen Welt, wandten sich so letztlich gegen die Ordnung des Universums selbst und wurden geistlose Feinde der wenigen, die immer noch den Schlüssel zum Überleben i ihren Händen hielten.

In verschiedenen früheren Welten hat hat die Mehrheit der Menschen ihre Technologie auf diese Weise weiterentwickelt, sogar weit über die heutigen technischen Errungenschaften hinaus. Die damit einhergehenden Vergehen gegen die Natur und gegen die Mitmenschen verursachten schwerwiegende Disharmonien, die zu Kriegen, sozialen Auflösungserscheinungen und Naturkatastrophen führten.

Jedesmal, wenn eine Welt am Rand der völligen Vernichtung stand, überlebte eine kleine Minderheit, der es ge- lungen war, in fast völliger Übereinstimmung mit dem unendlichen Plan zu leben, so wie es im Namen >> Hopi<< ausgesagt ist, der >>Die Friedvollen<< bedeutet. In den Endphasen der Welten wurde diese kleine Minderheit innerlich mit Zeichen des Verfalls konfrontiert und äußerlich mit verlockenden Angeboten und schweren Bedrohungen bedrängt, deren Ziel es war, sie zu zwingen, sich der übrigen Welt anzuschließen.

Unsere derzeitige Welt

Unsere gemeinsamen Vorfahren gehörten zu der kleinen Gruppe, die auf wunderbare Weise aus der letzten Welt hervorgegangen ist, als diese zerstört wurde, obwohl auch sie mit dem Makel der Korruption befleckt waren. Die Keime der Krise, in der wir uns heute befinden, haben wir mitgebracht,als wir zum ersten Mal diese Welt betraten.

Nachdem unsere Vorfahren die derzeitige Welt errichtet hatten, begaben sie sich auf eine lange Wanderung, um den Großen Geist in der Form von Maasauu aufzusuchen, der Verwalter dieses Landes (der amerikanische Kontinent) und allen Lebens darin. Sie folgten einem bestimmten Plan, doch machte ein sehr ernstes Omen eine zweite Reise notwendig, um die extreme Störung auszugleichen, die in der zukünftigen Welt eintreten würde.

Der wahre weisse Bruder

Ein Hopi von heller Hautfarbe, der heute als der >>wahre weisse Bruder<< bezeichnet wird, verliess die Gruppe und reiste in Richtung der aufgehenden Sonne. Er nahm eine Steintafel mit, ähnlich der, die einer jener Vorfahren mitführte, die Maasauu an einem Ort namens Oraibi aufsuchten, wo sie nach seinen Anweisungen die heutigen Hopi-Dörfer erbauten.

Die Hopi sahen erwartungsvoll der Ankunft einer Rasse von hellhäutigen Menschen aus dem Osten entgegen und sagten viele ihrer Erfindungen voraus, die bei ihnen als Zeichen dafür galten, dass bestimmte Stufen der Entwicklung jenes Planes erreicht waren, den die Hopi von alters her erforscht hatten. Es war eindeutig vorausgesagt worden, dass die Besucher in ihrer Schlauheit ihre ursprüngliche Bestimmung aus den Augen verlieren und dann sehr gefährlich werden würden. Dennoch sollten die Hopi weiterhin nach jemandem Ausschau halten, der den spirituellen Pfad nicht verlassen hat und die Steintafel trägt.

Die Swastika und die Sonne

Im Verlauf zahlloser Jahrhunderte haben sich die Hopi in ihren Zeremonien die früheren Welten in erinnerung gerufen, unser Auftauchen in der gegenwärtigen Welt und den Grund dafür. Periodisch haben sie ihr Versprechen an Maasauu erneuert, ein einfaches, bescheidenes Leben zu führen, so wie er es ihnen aufgetragen hatte, und um des Wohls aller Lebewesen willen das Gleichgewicht der Natur zu erhalten. Das Wissen um die Weltereignisse wurde in geheimen religiösen Gemeinschaften weitergegeben, die über die Entwicklung der einzelnen Stadien wachten.

Die Leiter dieser Gruppen hielten besonders nach einer Folge von drei welterschütternden Ereignissen Ausschau die vom Auftauchen bestimmter Symbole begleitet sein würden, welche die uranfänglichen Kräfte umschreiben, die alles Leben regieren - vom Keimen eines Samenkorns bis zu den globalen Bewegungen wie Wetter, Erdbeben, Völkerwanderungen und Kriegen.

Die Kürbisschüssel ist eines dieser Schlüsselsymbole. Der Kürbis ist ein Symbol für die Kraft des Samenkorns. Das Schütteln der Kürbisrassel in Zeremonien symbolisiert die Anregung der Lebenskräfte. Die Rassel ist mit alten Symbolen der Swastika verziert; diese deuten die Kraftspiralen an, die in vier Richtungen von einem Samenkorn ausgehen, umgeben von einem Ring roten Feuers, der die umkreisende Durchdringung der Sonnenwärme repräsentiert, die den Samen zum Keimen und Wachsen veranlaßt.

Bei den ersten beiden welterschütternden Ereignissen würden die Kräfte eine Rolle spielen, die durch die Swastika und die Sonne symbolisiert werden. Aus der Gewalt und Zerstörungskraft des ersten Ereignisses sollte das stärkste beteiligte Element mit noch größerer Kraft hervorgehen und das zweite Ereignis herbeiführen. Wenn die erwarteten Symbole auftauchten, würde klar sein, dass dieses Stadium der Prophezeiung erfüllt war.

Der Kürbis voller Asche

Schließlich würde ein >>Kürbis voller Asche<< erfunden werden, der - wenn man ihn vom Himmel fallen liesse die Meere zum Kochen bringen und das Land verbrennen würde, was zur Folge hätte, dass viele Jahre nichts mehr wachsen würde. Dies wäre für einen bestimmten Hopi das Signal, seine Lehren öffentlich bekanntzumachen. Auf diese Weise würde er versuchen, die Welt davor zu warnen, daß das dritte und letzte Ereignis bald eintreten und alles Leben vernichten werde, falls es den Menschen nicht gelänge, sich selbst und ihre Führer rechtzeitig dazu zu bringen, ihr Verhalten zu ändern.

Die Führer der Hopi glauben, daß die ersten beiden prophezeiten Ereignisse die beiden Weltkriege waren und dass der >>Kürbis voller Asche<< das Symbol für die Atombombe darstellt. Nach den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki wurden Lehren, die zuvor geheimgehalten worden waren, verglichen und der Welt- öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der Tag der Reinigung

Die letzte Stufe, der >>große Tag der Reinigung<<, ist auch als ein >>geheimnisvolles Ei<< bezeichnet worden, in dem die Kräfte der Swastika und der Sonne sowie eine dritte Kraft, die durch die Farbe Rot symbolisiert wird, entweder zu einer totalen Wiedergeburt oder zur totalen Vernichtung führen - das Ergebnis steht noch nicht fest; es liegt in unseren Händen. Kriege und Naturkatastrophen können auftreten. Der Grad der Gewalt wird vom Grad der Ungerechtigkeit abhängen, die unter den Völkern der Welt herrscht, sowie vom Gleichgewichts- bzw. Ungleichgewichtszustand in der Natur. In dieser Krise werden Reiche und Arme gezwungen sein, Seite an Seite zu kämpfen, um zu überleben.

Dass dies alles sehr gewaltsam verlaufen wird, gilt mittlerweile unter den traditionell lebenden Hopi als sicher. Doch kann der Mensch die zu erwartende Gewalt immer noch mildern, wenn er seinen Umgang mit der Natur und mit seinen Mitmenschen verändern kann. Alte, auf Spiritualität basierende Gemeinschaften wie die Hopi müssen unbedingt erhalten und dürfen nicht gezwungen werden, ihre von Weisheit geprägte Lebensweise und die natürlichen Ressourcen aufzugeben, die zu schützen sie sich verpflichtet haben.

Das Schicksal der Menschheit

Die Hopi spielen aufgrund ihrer lebendigen Kommunikation mit den unsichtbaren Kräften,die die Natur im Gleichgewicht halten, eine Schlüsselrolle beim Überleben des Menschengeschlechts. Sie dienen als Beispiel für eine praktische Alternative zu dem selbstmöderischen, von Menschenhand geschaffenen System und als Angelpunkt der Weltereignisse. Das Muster ist einfach:>>Die ganze Welt wird erbeben und rot werden und sich gegen jene wenden, die die Hopi behindern<<.

Das von Menschen geschaffenen System, das heute die Hopi zu vernichten droht, ist tief in ähnliche Vergehen überall auf der Welt verstrickt. Die verheerende Wende, die in den Prophezeiungen vorausgesagt wird, ist Teil der natürlichen Ordnung. Wenn diejenigen, die von diesem System, seinem Geld und seinen Gesetzen leben, es schaffen, das System daran zu hindern, die Hopi zu vernichten, werden möglicherweise viele den Tag der Reinigung überleben und in ein neues Zeitalter des Friedens eingehen. Doch wenn niemand mehr übrigbleibt, um den Weg der Hopi fortzusetzen, wird sich die Hoffnung auf ein solches Zeitalter des Friedens nicht erfüllen.

Die Kräfte, denen wir ins Auge sehen müssen, sind gewaltig, aber die einzige Alternative ist die völlige Vernichtung. Doch das von Menschenhand geschaffene System kann nicht durch ein Mittel korrigiert werden, das erfordert, anderen den eigenen Willen aufzuzwingen, denn genau dies ist die Ursache des gesamten Problems. Wenn es den Menschen gelingen soll, sich selbst und ihre Führer zu verändern, muss die Kluft zwischen beiden verschwinden. Um dies zu erreichen, kann man sich nur auf die Energie der Wahrheit selbst verlassen.

Diese Herangehensweise, welche die Grundlage der Lebensweise der Hopi ist, stellt die größte Herausforderung dar, der sich ein Sterblicher stellen kann. Nur wenige werden sie annehmen. Doch wenn der Frieden erst einmal auf dieser Grundlage wiederhergestellt worden ist und wenn unsere ursprüngliche Lebensweise wieder erblühen kann, werden wir unsere Erfindungs- und Schöpfergaben weise nutzen können, so dass sie dem Leben förderlich ist, anstatt es zu bedrohen; dann können alle Menschen vom Reichtum der Natur profitieren, anstatt dass sich wenige auf Kosten der vielen alles aneignen. Das Wohl aller Lebewesen wird dann hoch über den persönlichen Interessen des einzelnen stehen, und dies wird zu einem größeren Glück führen, als es vorher jemals möglich war. Dann werden sich alle Lebewesen einer dauerhaften Harmonie erfeuen.

Geschrieben von Thomas V.Tarbet, Jr., und überprüft von einem traditionellen Botschafter. Freie Kopien dieser Information können unter folgender Adresse angefordert werden:

Planting Stick / Route 3, Box 78 / Santa Fé, NM 87501 / USA

Besuchen Sie auch: www.hopi.de und www.hopi.org

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