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Gedanken über ...
Hund oder Katze müsste man sein
... nicht, weil eine Katze den ganzen Tag abhängt und die am meisten beanspruchten Muskeln, die der Augenlider sind oder weil ihr (fast) unaufgefordert das Essen vor die Nase gestellt wird ... nein, das ist es nicht.
Ebenso wenig ist es, weil man als Hund viel spielen darf und durch die Parks oder Wälder streifen ... nein, es ist viel subtiler.
Was ich meine ist eine der natürlichsten Bedürfnisse, nicht nur des Menschen, die sich jedoch so selten und so schwierig gestillt sieht. Nicht nur die Schwierigkeit allein, nein, es ist in der Tat sogar so, dass, um es zu bekommen man mitunter zu den Kompliziertesten Aktionen greifen muss oder sich Hürden gegenüber sieht, bei denen die olympischen Hürden eher wie Bodenunebenheiten anmuten. Was ich meine? Nun, noch will ich es nicht direkt sagen, aber vielleicht ahnt ja schon der eine oder die andere, was es sein könnte.
Hund und Katze bekommen es, ohne danach fragen zu müssen, und wenn sie darum bitten, dann wird es ihnen nur selten verwehrt. Sie bekommen es sogar dann, obwohl man sie nicht einmal kennt, gleich bei der ersten Begegnung oder auch einfach so im (fast) vorbeigehen. Ist schon erstaunlich wie das funktioniert. Da kommt also so ein Vierbeiner mit Fell daher und bekommt es und zwar alleine schon deswegen, weil dieser Vierbeiner ist, was er ist und wie er ist. Das heißt also, einfach weil er...
Es ist das Streicheln und Kuscheln!
Das Bedürfnis nach mitmenschlicher Nähe, völlig unkompliziertes Geben und Empfangen von menschlicher Wärme, so wie es den Kindern bereitwillig gegeben wird und diese es freudig annehmen. Im Umgang mit Kindern ist es das Natürlichste der Welt, wie man so sagt, sie in den Arm zu nehmen, sie zu streicheln oder mit ihnen zu kuscheln. Es wird vielleicht unterschieden zwischen den eigenen Kindern und denen aus der Verwandtschaft oder Bekanntschaft, doch genau genommen besteht da kein so großer Unterschied, denn ob es nun der eigene Sohn, die Tochter oder Neffe, Enkelin, Nachbarskind sowie aus dem Freundeskreis ist, allen wird eine liebevolle Zuwendung zuteil. Diese Zuwendung erhalten die Kinder, ohne gefragt zu werden, denn an ihnen zeigt sich noch am ehesten eine bedingungslose Liebe, die nicht fragt ob ein Kind es „verdient“ hätte, nein, ein Kind bekommt sie, einfach weil es ist was es ist und wie es ist. Nur die “Erwachsenen“ tun sich da so unendlich schwer mit, deswegen sag ich ja, Hund oder Katze müßte man sein, dann bekäme man/Frau es auch OHNE darum zu bitten ...
Man stelle sich einmal vor, wie die...
Kuschelabende
Ich selbst erinnere mich noch gerne an eine Zeit in den frühen 70er Jahren, als wir uns regelmäßig trafen, um gemeinsam Tee zu trinken und Musik zu hören (Neil Young/Santana/Earth Wind & Fire/Supertramp, etc.). Zunächst gab es Gespräche untereinander und später sind wir dazu übergegangen uns einfach der Musik hinzugeben, ihren sanften Klängen zu lauschen und den Duft der Räucherstäbchen wahrzunehmen. Dabei war es für uns völlig unkompliziert, dass wir Kreuz & Quer auf den Kissen lagen und uns einfach berührten + kuschelten, einfach so, weil es uns gut tat und wir uns dabei wohl fühlten. Es gab keine gesellschaftlichen Barrieren, von wegen, man müsse mit jemandem “Zusammensein“, um zu Kuscheln. Ich rede hier nicht von Gruppensex, das gab es nie, war auch nie die Absicht oder das Verlangen, nein, einfach das mitmenschliche Zusammensein.
Gibt es so etwas heute noch? Oder bedarf es tatsächlich organisierter Kuschelabende, um sich in seinem Mensch-Sein selbst zu erfahren. Wo ist die Natürlichkeit des füreinander Daseins geblieben? Ist sie dem technischen Fortschritt zum Opfer gefallen? Wie frei ist der heutige Mensch eigentlich in der Auslebung seiner wahren Bedürfnisse und auch oder gerade dem unkomplizierten Annehmen von Zuwendung, von Zärtlichkeit und Nähe? Sicher, an jeder Ecke prangen uns blanke Busen von den Werbetafeln, die Zeitschriften sind voll davon und im TV geht’s gleich richtig zur Sache – doch all das spricht nur die Triebhaftigkeit an, wobei jedoch das wahre Menschsein völlig auf der Strecke bleibt. Ich meine, die echte Empfindungsfähigkeit ist doch völlig verloren gegangen, wenn es nur noch ums “Rammeln“ geht, sorry, aber anders kann man es nicht bezeichnen.
Dabei erlebe ich immer wieder, wie sehr es die Menschen...
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der Traveller
Juli 2008
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