der Traveller
Thomas Stern

 

Gedanken über ...

                                                                    

das Leben...

Mein Vater pflegte immer zu sagen:”Das Leben ist einer der Schwierigsten.” Was er nun genau meinte konnte ich nie so richtig aus ihm herausbekommen. Aber dieser Satz, oft gehört in der Kindheit, mag wohl mit ausschlaggebend gewesen sein für meine eigene Suche nach Antwort.

Wir Menschen sind ja begnadete Wesen, indem uns der Verstand gegeben wurde, sind wir in der Lage unser Leben zu erfassen. Aber ganz so leicht wurde es uns nun auch wieder nicht gemacht. Zum einen könnte man sagen, daß Leben ist ein natürlicher Prozeß, eine Spanne zwischen Geburt und Tod. Indem wir von früher Kindheit an auf das Leben vorbereitet werden, nicht aber auf den Tod, erfährt das Leben eine Trennung vom Tod. Somit entsteht und wächst in uns zwangsläufig die Angst vor dem Tod. Wir lieben das Leben so sehr, daß wir es möglichst lange festhalten wollen und der Tod ist quasi unser “Feind”. Nur können wir ihn nicht bekämpfen im Sinne von vernichten. Es kann uns lediglich gelingen, die Angst zu verdrängen oder zu überspielen, aber sie bleibt! Sie bleibt jedoch nur solange wie wir das Leben als in sich abgeschlossen verstehen. Wenn wir jedoch lernen und verstehen, daß Leben und Tod eins sind, dann erkennen wir auch, daß wir Teil eines Kreislaufs sind. So wie in der Natur nichts verloren geht, so bleibt auch unsere eigentliche Existenz erhalten. Ich meine unsere Seele! Denn diese benutzt den Körper, um auf Erden zu wandeln und zu lernen. Stellen wir uns vor, wir schlüpfen in eine Rolle und gehen auf die Bühne, um sie dann zu spielen. Danach kehren wir in unser gewohntes Leben zurück, bis wir eine neue Rolle bekommen. Nichts anderes geschieht mit der Seele, sie hat eine höhere Daseinsform, die sie gegen eine irdische tauscht. Unser Bewußtsein erfaßt in erster Linie jedoch nur das irdische Dasein - viele finden sich damit aber nicht ab und so begeben sie sich auf den Weg. Den Weg, der ihnen Antworten nach dem woher, wohin und warum vermitteln soll. Das ist, so denke ich, auch völlig in Ordnung und hat seine Bestimmung. Aber wie sieht es mit dem Leben als solches aus? Eine Grundlage, die Heimat, die Nahrung, Kleidung und Behausung sind uns gegeben, unsere Mutter Erde. Es ist unsere Aufgabe diese zu pflegen und zu achten. Ihr gebührt unsere Liebe und Fürsorge. Leben heißt doch sich in den Kreislauf zu integrieren, ohne zu zerstören oder nur zu nehmen. Wir können nicht immer nur nehmen und Raubbau betreiben und nichts als Einöde und Verschmutzung hinterlassen. Würdest Du auf der Müllhalde leben wollen? Sicher nicht.

Leben heißt doch sich seines Da-Seins zu erfreuen, sich und die Welt mit den Sinnen erfahren, hören, sehen, fühlen, schmecken und riechen. Von der Natur lernen und in Eintracht mit ihr leben. Nur soviel nehmen, wie wir wirklich brauchen. Wir sind selber jeder eine Gottheit auf Erden! Warum? Ganz einfach, wir erschaffen, wir sorgen für den Ausgleich, wir bewahren und wir zerstören wieder. Wenn wir Beispielsweise Pflanzen schneiden, zerstören wir und durch die Saat erschaffen wir wieder. Das Regulierende sind wir selbst, unsere Verdauung ( Aufnahme und Abgabe ) somit geht es wieder in den natürlich Kreislauf des Lebens über.

Das Leben sollten wir genießen und uns an ihm erfreuen, jeder Tag der uns gegeben sollte mit Dankbarkeit begrüßt werden, denn das Leben ist ein Geschenk, es gibt soviel zu lernen und zu entdecken. Dazu müssen wir...

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- der Traveller -

Mai 2000

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