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Thomas Stern

 

Botschaften

 

Mutter Teresa und der Hindupriester

oder, Gott macht keine Unterschiede - Der Mensch hingegen schon ...

Eine ehemalige Pilgerherberge eines Kalitempels wurden in sehr desolatem Zustand im Jahre 1952 Mutter Teresa zur Verfügung gestellt. Sie und Ihre Schwestern haben dieses Gebäude, wie es eben nur Schwestern können, von oben bis unten geputzt, aufgeräumt und so eine neue Herberge geschaffen, der Ihrer Arbeit dienen konnte. Mutter Teresa führte diese Herberge für die Ärmsten der Armen ein. Junge, Alte, Moslems, Anglo-Inder, alle fanden dort ein Heim und Frieden und liebevolle Zuwendung. Die Schwestern sorgen immer dafür, daß jeder, der in Nirmal Hriday (“Ort der reinen Herzen”) stirbt, nach den Bräuchen seiner eigenen Glaubensgemeinschaft beerdigt wird.

und doch ...

Da die Herberge so nah beim Kalitempel lag, protestierten viele Hindus gegen Mutter Teresas Gegenwart, weil sie eine Christin war. Den Schwestern wurde sogar mit Gewalt gedroht. Mutter Teresa erwiderte daraufhin lächelnd: “Dann werden wir nur eher zu Gott gehen.”

Dann erkrankte einer der Priester des Kalitempels schwer an Tuberkulose, so schwer, daß kein Krankenhaus ihn aufnehmen wollte. Aber Mutter Teresa tat es. In der Herberge wurde er gütig und liebevoll behandelt, so wie alle, die dort nebeneinander auf ihren Strohbetten lagen. Er wurde bis zu seinem Tod gepflegt, und die anderen hinduistischen Priester gewannen Achtung vor den Schwestern, die alles gaben und nichts verlangten.

Aber das war nicht das Ende der Schwierigkeiten. Einige andere hinduistische Priester glaubten, Mutter Teresa würde versuchen, ihre Patienten zu ihrer Religion zu bekehren und forderten den Polizeikommissar auf, das Gebäude räumen zu lassen. Er schritt in die Herberge hinein, entschlossen, Mutter Teresa zur Räumung zu zwingen. Aber eine Weile später kehrte er zu seinen Leuten zurück. Er hatte gesehen, wie die Schwestern diese hilflosen Menschen wuschen und fütterten, wie sie vorsichtig ihre furchtbaren Wunden verbanden.

Er sagte den Protestierenden, daß er Mutter Teresa gern herauswerfe - wenn sie es schaffen, IHRE Mütter und Schwestern und Töchter dazu zu überreden, diese Arbeit zu übernehmen und Tag und Nacht in völliger Armut zu arbeiten, wie die Schwestern es taten. Da gingen sie fort und kamen nie wieder.

* * *

aus: Mutter Teresa, Die Helferin der Ärmsten der Welt / Charlotte Gray / Arena-Verlag 3-401-04277-7(2)

 

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