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Botschaften
Eine Fahrt durch Tschernobyl ...
Warum diese Doku unter Botschaften?
Da ich mich an diesen Tag erinnere, als wäre es erst vor kurzem geschehen, denke ich auch angesichts der erschreckenden Folgen von Tschernobyl, sollte und darf diese Doku von Elena als Mahn-Botschaft stehen.
Elena ist die ganze Zeit immer allein gefahren, denn die Gefahr durch den aufgewirbelten Staub Vorausfahren- der sich zu verseuchen ist auch heute, fast 20 Jahre danach, sehr groß. Ich selbst bin damals im Sommer 1986 abends mit dem Motorrad unterwegs gewesen - hier in Berlin. Und kam in einen Heftigen Regenschauer, der mich bis auf die Haut nass werden ließ - es war gerade ein paar Tage her - der Unfall von Tschernobyl - und viele hatten nun Angst, mit dem Regen käme auch die Radioaktivität auf den Boden Berlins - also zu uns nach Hause. Es war schon ein mulmiges Gefühl, dieser Gedanke hier mitten im Regen zu fahren, eine Waldstrecke ohne Unterschlupfmöglichkeit. Zu Hause angekommen, duschte ich wohl “ewiglich”, um alles wegzuspülen, was ich abbekommen habe. Naja, jetzt fast 20 Jahre danach scheint es so, als wäre ich glimpflich davon gekommen. Doch wie mag sich wohl Elena gefühlt haben, während sie in Mitten des Geschehens mit ihrem Motorrad gefahren ist?
Sie sagte, dass die asphaltierten Strassen “relativ” sicher seien, nur abseits im Gelände würden sich radioaktive Staubpartikel in den Pflanzen und im Boden befinden.
Es ist eine Fahrt durch keine Geisterstadt, sondern durch eine ganze Geisterlandschaft, kaum ein Tier ist zu entdecken, welches ihre Wege hätte kreuzen können - weder in der Luft noch am Boden.
Einziger Vorteil - Du bist hier ganz alleine, keine anderen Verkehrsteilnehmer, keine Kontrollen, keine Menschen- seele, fast wie ein idyllisches Paradies - doch beim ersten Anblick der Geisterorte und beim Ticken des Geiger- zählers zerbricht dies Idylle und wandelt sich in grausiges Entsetzen.
So fährt sie also dahin und kommentiert ihre Fahrt anhand zahlreicher Fotos, die im eigentlichen kaum einer Erklärung bedürfen, so verzeiht man ihr auch schnell das nicht so perfekte Englisch und letztlich lassen sich angesichts der Fotos auch keine Worte mehr finden ...
Und dann gibt es noch den Eintrag im Klassenbuch einer Schule. Die Lehrerin schrieb:
“Der Spaziergang am Samstag fällt leider aus, wegen eines unvorhergesehenen Zwischenfalls.”
Möge diese Dokumentation all denen ein Trost sein, die glaubten sie seien vergessen worden und möge sie uns allen eine Warnung sein, dass die Natur sich einfach nicht zähmen lässt und wir durch unverantwortlichen Einsatz und Umgang mit hochpotentiellen Gefahrengütern nicht nur die Natur herausfordern, sondern uns selbst eines Tages gänzlich vernichten.
Wer informiert ist, weiss, dass bereits heute 8 bis 9 von 10 Erdbeben auf die Atomtests zurückzuführen sind.
Und wir machen immer noch weiter ...
... nur das, sind wir einmal alle weg von diesem Planten, es auch keine Elena oder andere mehr geben wird, die noch irgend etwas dokumentieren könnten ...
zur Dokumentation von Elena
- der Traveller -
April 2004

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