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Bewusster leben...
Was sind denn schon Beleidigungen?
Wenn jemand einen anderen beleidigt, dann muss er ja für sich selbst einen Mangel empfinden in einem bestimmten Bereich (oder mehreren) und macht sich selbst minderwertig. Um nun nicht unter dem anderen zu stehen (er denkt ja nur so, dass dem so sei!) zieht er ihn runter, indem er ihn beleidigt. Der Beleidigte selbst kann dies erkennen und mit freundlichem Gleichmut reagieren, doch in der Regel übernimmt das Ego das Ruder und schaltet sofort auf Gegenwehr, die Abwehrmechanismen treten in Aktion und somit auch die negativen Emotionen.
Verstehe ich jedoch, dass ich bei all dem wirklich selbst für mich verantwortlich bin, dann behalte ich die Macht bei mir selbst und übergebe sie nicht anderen (wie oben auch schon beschrieben). Die Kunst ist es, sich dessen immer bewusst zu sein und nicht gleich blind zu reagieren, egal worum es sich handelt. Ich kann mir ein großes STOP-Schild denken und innehalten, kurz überlegen, mich besinnen und mich dann entscheiden, was ich will: Frieden + Harmonie oder Unfrieden + Disharmonie. Um mich jedoch für Frieden zu entscheiden, muss ich selbst im Frieden sein, vor allem im Frieden mit mir selbst, was dann auch bedeutet, sich selbst so anzunehmen, wie man eben ist, sprich es geht um die Liebe zu sich selbst. Indem ich mich selbst in all meinem So-Sein liebe und annehme, gibt es keine "Angriffspunkte" mehr, auf die ein Außenstehender ansetzen könnte, denn ich bin mit mir im Frieden, weil ich mich so liebe wie ich bin. "Was willst du eigentlich von mir?" könnte die wirklich bedeutsame Frage sein, die ich mir stelle, nicht aber in Selbstzweifel verfallen und sich angegriffen fühlen.
Die wundersame Begleiterscheinung dabei ist, dass ich dann sogar Mitgefühl entwickeln kann für den anderen, egal ob es die Kollegin ist, der Chef, der Passant, wer auch immer. Da ich mich selbst kenne und im Grunde gar nicht anders war oder bin, gibt es auch keinen Grund den anderen zu verurteilen (ver-ur-teilen, sich vom anderen trennen!).
Sicher ist es anstrengend es umzusetzen und es geht selten von gleich auf jetzt oder von heut auf morgen, doch wenn ich mich dazu entscheide glücklicher leben zu wollen, in Frieden und Harmonie, dann ist dies ein Weg dazu, den ich täglich praktizieren kann, immer wieder mal, wann es sich gerade ergibt. Ich mache es mir einfach zur Gewohnheit darauf zu achten, ob ich nur reagiere (passiv - die macht hat der andere) oder innehalte und neu agiere (aktiv - die macht ist bei mir!).
Ich wünsche dir Frieden und Lebensfreude
der Traveller
August 2008, überarbeitet Dezember 2011
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