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zum Nach-Denken
Laßt Weihnachten nicht zum Blutbad werden...
...an dem wir eines Tages selbst ertrinken werden.
Weihnachten steht vor der Tür und vielen ist es ein Fest der Freude, der Begegnungen, des Friedens und der Liebe.
Wir freuen uns auf die schöne Zeit der Gerüche, der Gebäcke, der Geschenke, der freudig strahlenden Kinderaugen und die der Erwachsenen. Wir freuen uns auf das familiäre Zusammensein und das gemeinsame Weihnachts-Mahl. Und wir freuen uns auf die freien Tage der Besinnung, der sogenannten Inner-Zeit.
Was heißt das “Inner-Zeit”?
Es ist die Zeit des in-sich-kehrens, so wie die Natur sich zurückzieht, die Tiere ihren Winterschlaf halten, so können wir diese Zeit nutzen um uns zu besinnen – besinnen auf uns selbst, was – wer und wie wir sind.
Und wie sind wir?
Sind wir wirklich so liebevoll, wie wir an Weihnachten vorgeben zu sein?
Ihr werdet sagen, aber gewiß doch! Und mit eurem Denken, eurem Empfinden und eurer Vorstellung von Liebe seid ihr es auch.
Keiner kann sagen es hätte ihn niemand gelehrt was Liebe ist, denn wir haben schon die Meister der Liebe auf Erden gehabt – Jesus – Buddha – Gandhi – Krishnamurti – Mutter Theresa – und viele andere – doch was haben wir wirklich gelernt von ihnen?
Sind die Worte so schwer zu verstehen wenn es heißt:
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!
“Alles Existierende stellt nur unterschiedliche Verdichtungen des Geistes Gottes dar. Deshalb erstreckt sich das Gebot “Liebe deinen Nächsten” auf alle Lebewesen, auf die Tiere und auch auf die Pflanzen. Sie alle tragen das Göttliche in sich, wenn auch auf verschiedene Weise. Doch der göttliche Funke, der allem innewohnt, ist in seinem Wesen der gleiche.”
Aus: Wallimann, Das Wunder der Meditation
Es zu wissen ist eine Sache, es zu fühlen und zu verstehen eine ganz andere. Ich weiss, dass es so ist, denn ich selbst hatte früher auch gedacht ich würde Lieben. Aber es war keine Liebe, sondern nur eine konditionierte Vorstellung davon, meist mit dem Wunsch gepaart etwas bestimmtes Haben-zu-wollen. Sei es ein Mensch, ein Tier oder eine Sache. Fast immer war diese Vorstellung von Liebe auch mit Sehnsucht und Schmerz verbunden. Die Sehnsucht etwas haben zu wollen, was man jetzt nicht hat und doch so gern hätte. Liebe bezog sich also immer auf etwas bestimmtes, einen Menschen oder einem Objekt.
Doch erst wer sein Herz geöffnet hat und wirklich einmal gespürt hat welche Kraft und Herrlichkeit ihr innewohnt, der wird auch verstehen, was es bedeutet das jedes Lebewesen von diesem göttlichen Funken beseelt ist. Wir sind alle Teile eines Ganzen und dieses Ganze ist ein stetiger Fluß der Energien. Wir schwimmen alle im gleichen Strom des Universums und somit ist auch vollkommen klar, daß alles was wir dem Strom antun auch uns selbst antun. Oder wie es die Indianer sagen, wir sind alle Teile eines riesigen gewobenen Netzes, das alles beinhaltet und was wir dem Netz antun tun wir nur uns selbst an.
In diesem Sinne bitte ich Dich nun einmal inne zu halten. Nutze die Innerzeit schon vor den Festtagen und denke einmal darüber nach, was diese Verbundenheit zu allem Leben für Dich JETZT, in diesem Moment bedeutet.
Machen wir uns bewußt was Freunde und Bekannte, sowie die Familie für uns bedeuten, welchen Wert sie für uns haben. Was sie uns an Geborgenheit und Zusammengehörigkeit vermitteln, wie wir uns im Kreise derer die wir lieben fühlen. Und schauen wir auf die Tiere, die genauso in dieser Verbundenheit leben, in kleinen Familienkreisen bis hin zu riesigen Herden.
Können wir da noch ruhigen Gewissens auch nur eines dieser Tiere aus diesem Kreise entreißen, nur um es zu essen? Können wir wirklich selbst einfach auf eine Gänsefamilie zugehen und eine Gans herausholen, sie töten und fürs Weihnachtsfest garnieren? Können wir uns dann wirklich an den Tisch setzen und von Liebe reden, während wir die Knochen abnagen? Und wenn wir selbst sie nicht töten können, können wir es dann anderen überlassen, nur um uns vielleicht weniger schuldig zu fühlen?
Ja, wir können diese Dinge tun – denn solange dieser göttliche Funke in uns noch nicht “erwacht” ist, sind wir fähig all dies zu tun. Doch wenn wir wirklich wissen wollen, was es bedeutet seinen Nächsten zu lieben, dann müssen wir uns öffnen für diesen Funken, für diesen Impuls der Liebe in unserem Herzen. Und dann werden wir viele Dinge nicht mehr einfach so tun können.
So können wir für dieses Jahr nicht alle Tiere vor dem Tode retten, aber wenn wir einsichtig werden, dann können wir die Zahl derer, die geschlachtet werden verringern, indem wir bewußt darauf verzichten unsere Nächsten tot auf dem Teller zu sehen und sie zu essen.
In Liebe zu allen Lebewesen und in Liebe zu Euch - zu Dir
* * *
der Traveller
Nov.2002

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