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Bewusster leben...
Vom Irrglauben Zeit zu haben...
...oder wie wir mit Zeit umgehen
Schon lange verwundert mich immer wieder, wie Menschen über die ihnen angeblich zur Verfügung stehende Zeit sprechen, bzw. damit umgehen. So sagt der eine z.B. “Ach, dieses Jahr bin ich doch nicht mehr dazu gekommen, einen Französichkurs zu belegen, mach ich dann nächstes Jahr” oder “Eigentlich wollte ich letztes Wochenende mal die Familienbilder durchsehen und neue Alben anlegen, mach ich dann im Herbst, wenn’s draußen kühl ist.” Oder ähnlich gelagerte Aussagen ... Das verwunderliche oder der Irrglaube dabei ist ja, daß derjenige tatsächlich glaubt, er könne dies später irgendwann tun, ohne dabei zu wissen, ob er am nächsten Morgen überhaupt noch DA ist.
Ich meine, wie kann man mit etwas so selbstverständlich umgehen, von dem man eigentlich nicht einmal weiß, ob es - die Zeit – einem auch tatsächlich zur Verfügung steht?
Wenn wir hoffen, daß am Wochenende angenehmes Wetter ist, damit ein geplanter Ausflug uns zur Freude gereicht und es dann doch regnet, dann tritt Enttäuschung ein, günstigstenfalls ergibt sich eine Alternative zum geplanten Vorhaben. Doch das Leben als solches geht weiter. Wie ist das aber mit der Zeit? Wenn wir feststellen, daß nun doch keine Zeit mehr ist, dann gibt es keine Alternativen mehr, denn was sollte eine Alternative zu der zur Verfügung stehen Zeit sein? Da gibt es nichts. Ergo ist es doch sehr anmaßend mit der Zeit so umzugehen, als stünde sie einem fast endlos zur Verfügung, in der für sich sicheren Annahme, man könne ja irgend etwas mit der Zeit anfangen, entweder so oder so. Jedoch wird gänzlich außer acht gelassen, gar keine Zeit mehr zu haben.
So ist es denn auch ein schmerzvolles Erlebnis, in einen Unfall verwickelt zu sein und binnen Sekunden der angeblichen Zeit beraubt zu werden. Alles mögliche schießt einem durch den Verstand, man ringt danach etwas zu sagen und weiß nicht was, vielleicht ist sogar ein Verwandter oder Bekannter anwesend und man versucht ihm das zu sagen, was einem wichtig ist, das er es erfährt, er es hört, doch auch hierbei sind viele schon überfordert, weil sie gefangen sind von der Panik, keine Zeit mehr zu haben.
Die Angst vor dem Tode und das Unbekannte, was einen erwarten könne, tun ihr übriges, um den Sterbenden zu überfordern, zumindest jene, denen das Wissen um das Sterben und den Übergang in eine andere Daseinsform nicht vertraut sind. Jene halten am Leben fest und wollen...
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der Traveller
Juni 2008
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